Es sind viel mehr Insekten, als ich mit der Kamera festhalten, oder bisher identifizieren konnte...


Der Bienenwolf - Philanthus triangulum

(Foto Mitte Juni)

 

 

Auf den ersten Blick weiß man nicht, hat man es mit einer Wespe oder Feldwespe zu tun? Doch entscheidende Merkmale wie die Zeichnung an Kopf und Brust fehlen.

 

Der Bienenwolf gehört zu den echten Grabwespen. Die Weibchen graben bis zu 1 Meter lange Brutröhren in den Boden und füllen jede Brutkammer am Ende mit 3 bis 6 gelähmten Honigbienen, die sie, ebenso wie die Brutzellen, gegen Schimmelbefall behandeln. (Details bei Wiki)

 


Gehörnte Mauerbiene

Inzwischen ist sie auch ein Dauergast , die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta).

Sie vermehrt sich hier im Garten ohne künstliche Nisthilfe, was kein großes Wunder ist, nimmt sie doch alles was irgendwie passt.

 

Bevorzugte Nahrungsquellen hier zuerst der Rosmarin und später Muscari.

 



Große- oder Gartenwollbiene

Bienen - Große Wollbiene, anthidium manicatum, Muskateller-Salbei, Salvia sclare
Große Wollbiene, anthidium manicatum, Muskateller-Salbei, Salvia sclarea

 

Ihr Summen ist unverkennbar. Während die Weibchen im Juli die Blüten nach Nektar absuchen, patroulliert das Männchen wie eine Schwebfliege, aber laut summend um die Futterpflanzen herum und verteidigt das Revier.

Die Großen Wollbienen sind erstmals 2016 im Garten.

Im Juli waren sie nur im Stillen Garten an Ziest und Muskatellersalbei. Im August haben sie sich bis in den Hausgarten ausgebreitet und mögen dort am liebsten Katzenminze und Steinquendel...

Große Wollbiene, anthidium manicatum, Muskateller-Salbei, Salvia sclare
Große Wollbiene, anthidium manicatum

 

Wie ein Angreifer stürzt es sich auf die Weibchen. Nach einem wilden Getummel dauert die Paarung nur wenige Sekunden (Einer der wenigen Augenblicke in dieser Zeit, in der man auch mal das Männchen mit der Kamera erwischen kann).

Die Weibchen legen in vorhandenen Spalten und Erdhöhlen Brutzellen an, die sie mit Pollen und Nektar füllen, bevor sie ein einzelnes Ei hinen legen. Die Entwicklung dauert bis zum nächsten Jahr.

Wildbienen, Bienen, Große Wollbiene, anthidium manicatum, Katzenminze, nepeta x faassenii 'Six Hills Giant'

 

Im August scheinen die Männchen gelassener. Ab und an lassen sie sich auf immer dem gleichen Platz zu einer Verschnaufpause nieder.

 

Ich bin schon jetzt gespannt, ob sie sich hier weiter vermehrt haben. Nächstes Jahr, ab Mitte Juni, werde ich es wissen...


Hornissen

Gern gesehene Gäste sind die Hornissen, die sich hier in erster Linie Baumaterial holen. Ein Nest habe ich noch nicht gefunden. Natürlich fangen sie sich hier auch ihre Beute, die sie ruckzuck von Flügeln und Beinen befreien bevor sie sie abtransportieren.

 

 

Hornissen sind besser als ihr Ruf

Verschiedene Legenden und Schauergeschichten wie „drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd“ haben den beeindruckend großen Fluginsekten einen zweifelhaften Ruf beschert. Aber völlig zu Unrecht: Hornissenstiche sind aufgrund des recht großen Stachels zwar schmerzhaft, aber ihr Gift ist relativ schwach. Laborversuche haben gezeigt, dass Bienengift 4 bis 15 Mal stärker ist und dass mindestens 500 Hornissenstiche nötig wären, um einen gesunden Menschen in Lebensgefahr zu bringen. Bei Personen, die auf das Gift stark allergisch reagieren, ist die Gefahr natürlich weitaus größer. Hornissen sind aber zum Glück deutlich weniger aggressiv als Wespen und suchen meist von sich aus das Weite, wenn man die zuckerhaltigen Speisen und Getränke vor ihnen abschirmt. Gefahr besteht nur, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Dann stürzen sich meist gleich mehrere Arbeiterinnen furchtlos auf den Eindringling und stechen unerbittlich zu. Ihre Nester bauen die Insekten gerne in Baumhöhlen oder trockenen Hohlräumen im Dachgebälk von Gebäuden. Da Hornissen unter Artenschutz stehen, dürfen sie nicht getötet und auch die Nester nicht zerstört werden. Grundsätzlich ist eine Umsiedlung des Hornissenvolks möglich, aber dafür muss man zunächst die Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde einholen. Die Umsiedlung wird dann von einem speziell ausgebildeten Hornissenberater vorgenommen.